Freitag, 29. Januar 2016

Ostumfahrung: Nicht weniger, sondern mehr Verkehr


Die Diskussion über „Sinn oder Unsinn der Ostumfahrung“ brachte am Donnerstag, 28. Jänner, ein volles Haus (140 Teilnehmer) und eine glasklare Erkenntnis: Die Ostumfahrung bringt’s einfach nicht, jedenfalls nicht das, was von den Befürwortern versprochen wird. Der Verkehr in den diversen Straßen wird nicht weniger, sondern sogar mehr.

Karl Zauner von der Radlobby präsentierte die von den Verkehrsplanern im Auftrag des Landes Niederösterreich (!) erhobenen Zahlen unter anderem am Beispiel der viel diskutierten Nestroystraße. Bei der letzten Verkehrserhebung (2013) wurden täglich 11.600 Fahrzeuge in der Nestroystraße gezählt. Die Ostumfahrung wird nach den Berechnungen der Planer in den kommenden Jahren zu keinem Rückgang des Verkehrs führen. Ganz im Gegenteil: Bis 2030 rechnen die Planer mit einer Zunahme des Verkehrs in der Nestroystraße trotz Ostumfahrung auf 14.200 Fahrzeuge täglich (ohne Ostumfahrung 15.300).

Verkehrsplaner Ulrich Leth räumte in seinem Referat mit dem Lieblings-„Argument“ der Befürworter auf: „Ein Lückenschluss bzw. ein geschlossener Ring ist kein Verkehrskonzept. Für ein Verkehrskonzept braucht es wesentlich mehr“.

Lichtenwörth: Eindeutiges Bekenntnis gegen Ostumfahrung


Für Aufsehen (und viel Applaus) sorgte der Lichtenwörther Bürgermeister. Harald Richter sprach sich eindeutig und unmissverständlich gegen die Ostumfahrung aus. Wegen der herrschenden Windsituation (Nordwest) sieht der Bürgermeister seine Gemeinde als am stärksten von Lärm und Emissionen beeinträchtigt. Der Bau vernichtet viele Hektar wertvollen Boden. Den von der Ostumfahrung betroffenen Landwirten signalisierte der Ortschef eindeutige Hilfe: Die Gemeinde selbst sei Grundstückseigentümer und könne unterstützend tätig werden. Dem anwesenden Projektplaner des Landes Niederösterreich entlockte der Lichtenwörther Bürgermeister das Eingeständnis, dass mit den Landwirten noch nicht einmal gesprochen worden ist.

Fazit: Es geht weiter, die Ostumfahrung ist offensichtlich noch längst nicht in trockenen Tüchern. Es zahlt sich aus, aktiv zu werden bzw. zu bleiben. Unterstützen Sie weiter die Petition "Ostumfahrung - So nicht!"


PS: Danke an die Radlobby, Hannes Höller und Karl Zauner, für die Organisation der Veranstaltung. 

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